Olympischen Spiele der Neuzeit

Da die Olympische Idee auch nach dem Verbot im Altertum niemals ganz verloren ging, gibt es selbstverständlich auch eine Geschichte der Olympischen Spiele der Neuzeit. Im Westen Englands fanden zu Beginn des 17. Jahrhunderts erstmals die sogenannten Cotswold Olympick Games statt. Dies war ein weiterer Versuch, die Olympischen Spiele wieder zu beleben. Auch die Olympiades de la République von 1796 bis 1798 galten als ein solcher Versuch, der jährlich im revolutionären Frankreich ausgetragen wurde.

Die Wiedereinführung

Auch die Griechen hatten natürlich besonderes Interesse daran, die Wiedereinführung der Olympischen Spiele voran zu treiben. Nach der Griechischen Revolution war der Wunsch nach einer Wiedereinführung sehr groß, um gegen die Herrschaft des Osmanischen Reiches anzutreten. Ein Dichter und Verleger machte jedoch erst den entsprechenden Vorschlag und zwar in seinem 1833 veröffentlichten Gedicht „Dialog der Toten“. Es handelt sich dabei um den Dichter Panagiotis Soutsos. Als wichtigster Vorläufer der modernen Olympischen Spiele jedoch gelten die Olympien. Diese wurden vom wohlhabenden griechischen Kaufmann Evangelos Zappas ins Leben gerufen und durch eine königliche Verfügung von Otto I. als eine nationale Aufgabe von hohem Rang angesehen. Selbstverständlich fanden diese Olympien auch international Beachtung. Die erste Ausgabe fand 1859 im Stadtzentrum Athens statt.

Das Aufleben des internationalen Friedens

Nach der Wiederentdeckung der Sport- und Tempelanlagen in Olympia im Jahre 1766 begannen 1875 groß angelegte archäologische Ausgrabungen unter der Leitung des deutschen Ernst Curtius. Der Wunsch nach der Wiederentdeckung der Olympischen Spiele verbreitete sich nunmehr in ganz Europa. So stellte man die Niederlage der französischen Soldaten im Deutsch-Französischen Krieg so dar, dass es an der fehlenden körperlichen Fitness der Soldaten läge. So sollte nicht nur die Einführung des Sportunterrichtes in Schulen weiter voran getrieben werden, sondern auch die Wiederbelebung der Olympischen Spiele wieder in den Vordergrund rücken. So konnte man die Stärke der Einzelnen an sportlichen Wettkämpfen messen. Nachhaltig wurde selbstverständlich auch der Gedanke gepflegt, dass mithilfe der Wiedereinführung der Olympischen Spiele ein gewisser Frieden entstehen sollte und das Ganze dann auch zur internationalen Verständigung beitragen sollte. Das Wiederaufleben der Olympischen Spiele wurde als beste Lösung angesehen, das Ganze unter einen Hut zu bekommen. Auf andere Art und Weise konnte man das Ganze anscheinend nicht vereinbaren.

Der große Erfolg

Die ersten Spiele der Neuzeit erwiesen sich als großer Erfolg, auch wenn nur rund 250 Athleten teilnahmen. Dennoch war es das größte sportliche Ereignis, welches seit der Antike je wieder stattgefunden hat. Die griechischen Offiziellen waren vom Andrang und von den Spielen selber so begeistert, dass sie den Vorschlag machten, die Spiele doch zukünftig immer in Griechenland stattfinden zu lassen. Das Komitee der Olympischen Spiele wehrte dies jedoch ab und wollte vom Rotationsprinzip nicht abweichen, das heißt, dass verschiedene Länder im Wechsel als Austragungsort für die Olympischen Spiele fungieren sollten. Nach dem euphorischen Start geriet die olympische Bewegung jedoch ins Stocken und es folgte eine Krise. So zogen sich die Spiele im Jahre 1900 und 1904 über mehrere Monate hin, was nicht zuletzt einer mangelnden Organisation zu verdanken war. Des Weiteren war auch der Zuspruch aus dem Ausland wesentlich weniger geworden. Erst als es zu Olympischen Zwischenspielen 1906 in Athen kam, stand das Geschehen wieder im Mittelpunkt. Das Komitee stimmte dem Austragen und vor allem dem Anerkennen der Punkte jedoch nur widerstrebend zu.

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